Warum Sie keine Angst vor Faltenbehandlung mit Botox haben sollten

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Fühlen Sie sich nicht wie das Kaninchen vor der Schlange: Die Faltenbehandlung mit Botox ist heute zweifellos die häufigste Behandlung in der ästhetischen Medizin. Ich behandle etwa 20 Patienten pro Woche mit Botox. Während einige Patienten zur sogenannten "Mittagspausen-Behandlung" zu mir kommen, bucht ein grosser Teil von Patienten einen Termin mit Zweifel und Angst vor dem "Schlangengift, das die Muskeln lähmt".

Die Wahrheit zu Botox

  • Botox ist kein Gift (es ist die Menge, welche das Gift macht.).
  • Der Wirkstoff stammt nicht von einer Schlange.
  • Es verursacht keine dauerhafte Lähmung in den Muskeln.

Ich wurde von meinen Patientinnen und Patienten immer wieder mit falschen Fakten konfrontiert. Deshalb entschied ich mich, diese Ängste und Befürchtungen mit diesem Artikel zu adressieren.

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Von infizierten Würsten zur modernen Forschung

Um ehrlich zu sein, ich weiss wirklich nicht woher der Mythos des Schlangengifts kommt. Weder finde ich bei der Rechere in einschlägigen Fachzeitschriften einen Hinweis auf diese “Urban Legend” noch hilft mir Dr. Google bei dieser Frage weiter.

Fakt: Die erste medizinische Beobachtung von Botulinumtoxin (Botox) geht auf das Jahr 1820 zurück. Damals erlebten viele Gäste einer Feier in Deutschland nach dem Verzehr von infizierten Würsten eine Lähmung der unteren Gliedmassen. Diese Beobachtung veranlasste Dr. Emile Pierre Van Ermengen zu einer Beobachtung. Der belgische Wissenschaftler konnte das Bakterium unter dem Mikroskop zu isolieren. Er entdeckte, dass es ein Toxin produziert und nannte es Clostridium botulinum.

Nach Studien zur Wirkung des Toxins setzte der Augenarzt Dr. Scott das Botulinumtoxin erstmals 1978 zur Behandlung von Strabismus (Schielen) bei Kleinkindern mit spektakulären Ergebnissen ein. Nach dem Erfolg seiner Behandlung führte er zahlreiche Studien über die Substanz durch, die er 1981 in der Fachzeitschrift „Transactions of the American Ophthalmological Society“ veröffentlichte. Daraufhin wurde Botulinumtoxin als sicheres Medikament patentiert.

In 1988 erwarb das pharmakologische Unternehmen “Allergan” die Rechte zur Fortsetzung der Forschung und das Medikament „Botulinumtoxin Typ A“ wurde von der FDA zur Behandlung von Augenlidkrämpfen und Schielen zugelassen. Damals änderte Allergan den Namen des Medikaments in «Botox», das schnell weltweit bekannt wurde.

Seitdem ist Botox ein zugelassenes Medikament zur Behandlung muskulärer Probleme (z.B. Muskeldystonie), und behandelt sehr effektiv Hyperhidrose (übermässiges Schwitzen) und natürlich Falten.

Das Medikament Botulinumtoxin hat die Fähigkeit, auf neuromuskuläre Synapsen zu wirken und Muskelentspannung zu verursachen. Entspannung bedeutet aber nicht Lähmung. Und weil ich in meiner Sprechstunde häufig erlebe, dass die Leute erschrecken, wenn sie Lähmung hören, möchte ich sagen, dass die Wirkung des Medikaments im Muskel eine begrenzte, kontrollierte Wirkung und Dauer hat. Wenn dann die Behandlung noch von einem spezialisierten, ästhetischen Arzt durchgeführt wird, sind Komplikationen äusserst selten.

Einfach ausgedrückt: die Faltenbehandlung mit Botox hat ausgezeichnete Ergebnisse mit minimalen Ausfallzeiten und Nebenwirkungen.

Ist Botox also völlig ungefährlich?

Ganz so einfach ist es nicht. Botulinumtoxin ist ein verschreibungspflichtiges Medikament, dass nur in die Hände von Fachärzten gehört. Was macht also eine Botox-Behandlung absolut sicher und erfolgreich?

1. Haben Sie keine Angst vor einem “frozen face”.

Vor jeder Behandlung analysiere ich die Anatomie Ihres Gesichts, wobei ich besonders auf Ihre natürliche Mimik achte. So kann ich Falten behandeln, ohne den natürlichen Ausdruck Ihres Gesichts zu beeinflussen.  Bilder von “Plastikgesichtern” ohne Mimik haben Sie möglicherweise auch schon gesehen (googlen Sie mal “Nicole Kidman Botox”). Solche Resultate tauchen immer wieder in den Medien auf. Sie gehören aber nicht zu den Ergebnissen der seriösen ästhetischen Medizin.

2. Botox korrigiert die sogenannten Ausdrucksfalten.

Diese entstehen an der Stirn, zwischen den Augenbrauen oder an den Augen, wenn wir die Stirn runzeln, die Augenbrauen heben oder lächeln. Wenn es in diesen Bereichen bereits stabile oder fixe Falten gibt, werden diese mit Botox stark geglättet. Sie müssen aber eventuell mit Filler nachbehandelt werden.

3. Botox wirkt nicht für immer

Erwarten Sie bitte nicht, dass eine Behandlung Sie permanent von Falten befreit. Botulinumtoxin wird vom Körper abgebaut. Das heisst, es verliert nach und nach seine Wirkung. Die Hersteller des Medikaments behaupten 6 volle Monate. Aber nach meiner Erfahrung fangen die ersten Falten nach 4 Monaten an sich wieder zu zeigen. Nach 5-6 Monaten sind sie zurück. Aus diesem Grund ist es wichtig, eine kontinuierliche Behandlungen im Abstand von 6 Monaten zu planen. Nur so, erzielen Sie eine dauerhafte Reduktion Ihrer Falten.

4. Bitte lächeln Sie!

Um Ergebnisse objektiv beurteilen zu können, fotografiere ich die drei typischen Gesichtsausdrücke bei Zorn, Lachen und gehobenen Augenbrauen vor und nach der Behandlung.

5. Vorsicht bei günstigen Botox Behandlungen

Ich verwende ausschliesslich Produkte, die in der Schweiz zugelassen sind. Alles andere ist illegal. Punkt! Derzeit gibt es fünf Botulinumtoxin-Produkte, die für die Faltentherapie bei uns zugelassen sind. Botox, Vistabel, Bocouture, Azzalure und Dysport.

Der Preis dieser Produkte auf dem Markt bestimmt auch den Preis der Behandlung. Sie sollten deshalb aufpassen, wenn Ihnen eine Behandlung zu einem sehr niedrigen Preis angeboten wird. Häufig können Sie sich in einem solchen Fall nicht auf die Herkunft des Medikaments verlassen. Oder es kann Ihnen passieren, mit einem verdünnten Produkt behandelt zu werden. Zudem sollten Sie sich ausschliesslich von einer Fachärztin oder einem Facharzt behandeln lassen. Nur ein Arzt kann im Falle einer Komplikation rasch und richtig handeln.

6. Es gibt keine geheimen Botox-Tricks

Das Medikament wird nach einem speziellen Behandlungsprotokoll injiziert, das nach umfangreichen Studien in der ästhetischen Medizin im Jahr 2013 etabliert wurde. In der Praxis bedeutet dies, dass die Behandlung mit einer bestimmten Dosierung und an bestimmten Injektionsstellen erfolgt, um Nebenwirkungen oder Überdosierungen zu vermeiden.

7. Nachkontrolle gehört zu Programm

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Zehn bis fünfzehn Tage nach der Behandlung erfolgt eine Kontrolle der Resultate. Falls einige Falten nicht ausreichend korrigiert wurden, muss ich möglicherweise noch etwas nachspritzen. Dies ist häufig darauf zurückzuführen, dass die Muskeln auf einer Seite des Gesichts stärker sind. Dies kann eine etwas höhere Dosis zur Entspannung dieser Muskelpartie erfordern. Bei der Nachkontrolle kann ich solche Phänomene korrigieren und dokumentieren. Bei jeder weiteren Behandlung weiß ich also im Voraus, wie viel jede Seite braucht. Diese Kontrollbesuche sind für Sie selbstverständlich kostenlos.

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Je früher, desto weniger, desto besser

Auf eine Tatsache möchte ich besonders hinweisen: Falten lassen sich am besten in einem Anfangs-Stadium behandeln. Je früher Sie damit beginnen, desto besser das Resultat, desto weniger Zeit und Geld müssen Sie investieren. Kontinuität statt hektischer Reaktionen sozusagen.

Wenn eine Falte tief wird, muss sie nach der Botox-Behandlung fast immer mit Fillern behandelt werden, um bessere Ergebnisse zu erzielen. Studien zeigen, dass Patienten, die in jungen Jahren mit Botox begonnen haben, im Alter von 60 Jahren deutlich weniger tiefe Falten aufweisen.

Haben Sie weitere Fragen zum Thema Faltenbehandlung mit Botox?

Zögern Sie nicht und vereinbaren Sie einen Beratungstermin. Ich beantworte Ihre Fragen gerne. Dabei analysiere ich auch Ihr Gesicht und entwickle einen Vorschlag für Ihren individuellen Behandlungsplan. Dieser ist abgestimmt auf Ihre ganz individuelle Situation, auf Ihre Physiognomie und auf die von Ihnen gewünschten Resultate.