Mommy Makeover – Ein heutiges Schönheitsideal oder ein echtes Bedürfnis?

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In den letzten Jahren ist in den Medien verstärkt das sogenannte Mommy Makeover aufgetaucht. Der Trend erscheint als Wunsch von Frauen, nach der Geburt ihrer Kinder wieder „wie vorher“ aussehen und die Spuren der Schwangerschaft beseitigen zu wollen. Viele Gegner verteufeln das Mommy Makeover als unnötiges und unnatürliches Schönheitsideal, das Frauen den Druck auferlegt, auch nach der Geburt noch perfekt auszusehen. Andere loben die Wahlmöglichkeiten, die die plastische Chirurgie den Müttern gibt, um sich wieder wohl in ihrem Körper zu fühlen.

Gerne möchte ich Ihnen von meinen persönlichen Erfahrungen mit dem Mommy Makeover berichten – als Mutter aber auch als plastische Chirurgin.

Ein Wunder des weiblichen Körpers

Kurz nach der Geburt meiner kleinen Tochter passierte mir etwas, was ich so vorher noch nicht kannte. Zum ersten Mal in meinem Leben nahm ich meinen Körper mit so viel Hingabe (ja sogar Liebe) an, wie er war.

Drei Monate nach der Geburt war ich mit all den üblichen Wunden einer versehrt, die ein Kind auf die Welt gebracht hat. Dehnungsstreifen an meinen Oberschenkeln, einen schwabbeligen, pockennarbigen Bauch, Brüste, die wehtaten von all der Milch, die meine Kleine in grossen Portionen verschlang und eine noch immer empfindliche Narbe vom Kaiserschnitt.

Doch damals fühlte ich mich richtig gut; vielleicht sogar noch selbstbewusster als ich es schon vorher war. In einer schockierenden Art und Weise fühlte ich mich in meinem eigenen Körper – in seiner unvollkommensten Form – wohler als je zuvor. Es war, als hätte ich eine neue Art, sexy zu sein, realisiert. Eine Art von Sexyness, die zeigte, dass ich in diesem bestimmten Stadium des Lebens war, wo man ein Kind erzieht und ernährt.

Und der neue gewonnene Sinn und Selbstakzeptanz, die ich dadurch erhielt, fühlte sich super kraftvoll an. Dieses Gefühl hielt aber leider nicht lange an.

Mommy Makeover in Zug

Unzufrieden mit Bauch und Brust nach der Geburt

Es geschah, ohne dass ich es bemerkte. In dem Moment, als ich zu meinem normalen Gewicht zurückkehrte, waren meine Brust und mein Bauch vollständig und unwiderruflich erschlafft. Ich muss zugeben, ich war darauf nicht vorbereitet.

Was für mich noch schockierender war, war, wie sehr es mich tatsächlich störte, wie mein Körper aussah und wie sehr es mein Selbstvertrauen beeinflusst hat.

In meinem Leben habe ich schon verschiedene, unterschiedliche Perioden der Akzeptanz, Wertschätzung und des Verlangens nach mehr erlebt. Was meinen Körper betrifft, so habe ich unterschiedlichste Perioden der Akzeptanz und des Selbstbewusstseins durchlaufen.

Obwohl ich immer sehr zierlich war und nie darum gekämpft habe, mein Gewicht zu sehr zu kontrollieren, habe ich Dinge an mir gefunden, die mich immer störten.

Seit meinen Teenagerjahren stehe ich mit meinen breiten Hüften, meinem flachen Hintern und meinem kurzen Oberkörper auf Kriegsfuss. Was meine Brüste betrifft, so hielt ich sie immer für etwas klein und plump.

Doch bevor meine Tochter geboren wurde, musste ich mir nie wirklich Sorgen um Cellulite, schlaffe Haut, schwabblige Oberschenkel oder schlaffe Brüste machen. Diese Veränderungen waren alle auf die Geburt meiner Tochter zurückzuführen, was ich akzeptieren und mich mit Stolz erfüllen konnte.

Bauch nach Schwangerschaft

Argumente gegen das Mommy Makeover

Auf Instagram aber auch in anderen sozialen Medien gibt es eine grossartige Bewegung, um genau über dieses Gefühl zu sprechen und alle Arten von post-partum Körpern zu feiern. Frauen zeigen Ihre Dehnungsstreifen auf ihren Bäuchen und Brüsten und verkünden stolz: „Ich habe mir meine Streifen verdient.“ Viele posten einige ziemlich heftige Selfies, die die „Schönheit, Leben in diese Welt zu bringen“ zeigen.

Theoretisch bin ich mit der Bewegung und ihrer Botschaft völlig einverstanden. Als Schönheitschirurgin hasse ich es, das Trend-Paket „Mommy Makeover“ zu besprechen, da ich so gerne andere Mütter dabei unterstütze und feiere, ihren neuen Körper anzunehmen.

Und dann doch die Entscheidung für das Mommy Makeover?

Gleichzeitig weiss ich jedoch, dass viele Frauen dies nicht so einfach können und sich nach Schwangerschaft und Geburt nicht mehr wohl in ihrem Körper fühlen.

Schlaff, leer und traurig – ich wusste einfach nicht, wie ich diese Dinge akzeptieren sollte.

Mit meiner Brust nach Schwangerschaft und Stillzeit konnte ich mich nicht anfreunden. Ähnlich erging es vielen Freundinnen, mit deren Beschreibungen ihrer Brüste ich mich leicht identifizieren konnte, von „leeren Luftballons“ bis hin zu „schlaffen Socken“.

Der einzige Weg, wie ich mir vorstellen konnte, mich jemals wieder gut mit meinen Brüsten zu fühlen, war, etwas gegen dieses Aussehen und Gefühl zu unternehmen. Und keine noch so grosse Anzahl an Liegestützen würde mir dabei helfen. Eine Brustvergrösserung nach der Schwangerschaft schien mir die einzig mögliche Option zu sein.

Meine Brust OP nach der Schwangerschaft

Nach meiner Brustvergrösserung und -straffung, hatte ich nie erwartet, dass ich so stark meine neuen Brüste lieben würde.

Sie waren nicht zu gross, um meinem aktiven Lebensstil zu behindern. Sie gaben mir aber ein Gefühl des weiblichen Stolzes, den ich bis dahin nie wirklich geschätzt habe. Meiner Meinung nach ist einer der Hauptgründe, warum die Veränderungen in der Brust einer Frau sie so sehr beeinflussen, ist, dass sie plötzlich (wenn auch nur innerlich) ihre Symbolik um Weiblichkeit und Begehren erkennen.

Ich weiss, als Chirurgin, die Mütter operiert und selbst Mutter ist, dass ich nicht allein bin. Jeder, der mindestens ein Baby gestillt hat, kann verstehen, warum Brustvergrösserungen oder Bruststraffungen nach der Schwangerschaft auf dem Vormarsch sind.

In den letzten 10 Jahren ist die Zahl der Bruststraffungen um 75 Prozent gestiegen. Aber es ist keine kleine Operation; ausserdem ist sie nicht einfach aus der Portokasse bezahlbar. Es ist auch nicht etwas, worüber viele Frauen offen drüber reden.

Was ist ein Mommy Makeover

Bauch straffen nach der Schwangerschaft

Was für viele Frauen die erschlaffte Brust ist, ist für andere der Bauch nach der Schwangerschaft. Bei vielen Müttern zieht sich die gedehnte Haut am Bauch nicht wieder zufriedenstellend zusammen, die Lösung ist für viele dann eine Bauchstraffung nach der Geburt.

Mommy Makeover – eine moralische Frage?

Ist es in Ordnung, diesen post-partum Körper zu akzeptieren und ihn dennoch verändern zu wollen?

Unbedingt. Es ist schön, seinen neuen Körper nach der Schwangerschaft zu feiern. Ich möchte auch, dass meine Tochter sieht, wie ein normaler Körper aussieht und wie eine selbstbewusste Frau darin aussieht.

Aber ich möchte auch, dass sich Frauen befähigt fühlen, eine Entscheidung zu treffen, wie ihr Körper nach der Schwangerschaft aussehen soll und wie sie sich darin fühlen. Dies ist eine persönliche Entscheidung, die jede Frau für sich treffen sollte, ohne das Gefühl zu haben, dass sie allen Frauen, die danach streben, Veränderungen nach der Mutterschaft zu akzeptieren, einen schlechten Dienst erweisen.

So wie ich es sehe, bin ich nicht nur eine Mutter und mein Körper ist nicht nur ein Vehikel, das alles zeigen muss, was ich mit einem Kind erreicht habe. Ich bin immer noch eine Frau mit vielen Jahrezehnten vor mir, die ich voller Selbstachtung und Selbstvertrauen leben möchte.

Kommt ein Mommy Makeover für mich in Frage?

Gerne beantworte ich Ihre Fragen zum Mommy Makeover – von Frau zu Frau. Ganz gleich, ob Sie sich nach der Schwangerschaft eine Bruststraffung wünschen oder die Brust auch mit neuem Volumen auffüllen möchten und sich eine Brustvergrösserung wünschen, oder es Ihnen vor allem darum geht, den Bauch zu straffen nach der Schwangerschaft.

Oder vielleicht sogar alles zusammen.

Keine Bedenken und Wünsche sind unangebracht, mein Fokus liegt darauf, Ihnen ein neues Körpergefühl zu geben mit den für Sie ganz persönlichen harmonischen Körperformen.

Sprechen Sie mich an, per Telefon unter +41 41 799 70 00, per E-Mail an info@drkelly.ch oder über unser Kontaktformular.