In einem aktuellen Beitrag auf NAU.ch spricht Dr. Kelly Vasileiadou ueber ein Thema, das zunehmend an Bedeutung gewinnt: Schoenheitsoperationen im Ausland und die oft unterschaetzten Folgen fuer Patientinnen, Patienten – und das Schweizer Gesundheitssystem.
Wenn der guenstige Preis teuer wird
Schoenheitseingriffe boomen. Viele Schweizerinnen und Schweizer reisen fuer Brustoperationen, Fettabsaugungen, Facelifts oder Haartransplantationen ins Ausland – haeufig angelockt von deutlich tieferen Preisen.
Wie Dr. Kelly im Interview betont, zeigen sich Komplikationen oft erst Tage oder Wochen nach der Rueckkehr. Infektionen, Wundheilungsstoerungen, falsch platzierte oder infizierte Implantate sowie nicht zugelassene Fuellmaterialien fuehren nicht selten zu Notfallbehandlungen, stationaeren Aufenthalten oder mehreren Folgeeingriffen.
„Wir sehen regelmaessig Patientinnen und Patienten, die nach Schoenheitsoperationen im Ausland mit Komplikationen zurueckkehren und in der Schweiz medizinisch versorgt werden muessen.“
Studienlage: Auslandseingriffe mit haeufigeren Nachbehandlungen
Der Beitrag verweist auf eine Studie des Universitaetsspitals Zuerich: Zwischen 2015 und 2019 mussten 228 Personen wegen Komplikationen nach Schoenheitseingriffen behandelt werden. 82 Prozent hatten den urspruenglichen Eingriff im Ausland durchfuehren lassen.
Dr. Kelly stellt dabei klar: Es gibt sehr gute und hochqualifizierte plastische Chirurginnen und Chirurgen im Ausland. Problematisch seien fehlende Transparenz, aggressive Preismodelle und unzureichende Nachsorge bei einzelnen Anbietern.
Wer bezahlt die Folgen?
Schoenheitsoperationen sind Privatleistungen. Werden Komplikationen jedoch medizinisch notwendig und stellen eine akute Gesundheitsgefaehrdung dar (z.B. schwere Infektionen, Blutvergiftung, ausgepraegte Wundheilungsstoerungen), werden diese Behandlungen in vielen Faellen von der Grundversicherung uebernommen – trotz aesthetischer Motivation des urspruenglichen Eingriffs.
Warum Nachbehandlungen so teuer sind
Laut Spitalstatistiken kostet ein Akutpatient in der Schweiz pro Tag durchschnittlich ueber 2’600 Franken. Bereits kurze stationaere Aufenthalte, Notfallversorgung, intravenoese Antibiotika und komplexe Nachbehandlungen koennen die urspruenglichen Einsparungen deutlich uebersteigen.
Medizinische Verantwortung statt Preisdruck
Dr. Kelly betont, dass extrem tiefe Preise ein Warnsignal sein koennen: Irgendwo werde dann an Personal, Zeit, Material oder Sicherheit gespart. Ihr Appell: Ein aesthetischer Eingriff ist kein Konsumprodukt, sondern Medizin – mit klaren Standards, verantwortungsvoller Aufklaerung und verlaesslicher Nachsorge.
Hinweis: Dieser Beitrag ist eine redaktionelle Zusammenfassung. Den Originalartikel finden Sie auf NAU.ch.

















