Filler und Botulinumtoxin lassen das Gesicht schneller altern? Diese Sorge begegnet Patientinnen und Patienten immer wieder. In der Serie «Beauty-Mythen» im Medical Magazine ordnet Dr. Kelly Vasileiadou diesen verbreiteten Mythos aus medizinischer Sicht ein.
Die Befürchtung: Wer einmal mit Botulinumtoxin oder Dermal Fillern beginnt, macht seine Haut langfristig «abhängig» – und wenn die Behandlungen beendet werden, altert das Gesicht möglicherweise sogar schneller. Medizinisch gibt es für diese Annahme jedoch keine Grundlage.
Was Botulinumtoxin tatsächlich bewirkt
Botulinumtoxin wirkt, indem es gezielt bestimmte mimische Muskeln entspannt. Dadurch können Falten reduziert werden, die durch wiederholte Muskelbewegungen entstehen – sogenannte Mimikfalten.
Dazu gehören beispielsweise die Zornesfalte, Stirnfalten oder Krähenfüsse. Während die Muskelaktivität reduziert ist, wird die Haut gleichzeitig weniger mechanisch belastet.
Wie Dr. Kelly im Medical Magazine erklärt, gibt es zudem Studien, die darauf hinweisen, dass bei regelmässiger Anwendung die Entstehung tieferer Falten verlangsamt werden kann.
Was Dermal Filler mit der Gesichtsalterung zu tun haben
Dermal Filler, meist auf Basis von Hyaluronsäure, haben eine andere Funktion. Sie werden vor allem eingesetzt, um Volumenverluste auszugleichen und bestimmte Bereiche des Gesichts gezielt zu unterstützen.
Denn die sichtbare Alterung des Gesichts betrifft nicht nur die Haut. Mit zunehmendem Alter verliert das Gesicht natürlicherweise unter anderem Fettgewebe, Kollagen und Elastin. Dadurch verändern sich Volumen, Konturen und Proportionen.
Filler können diese strukturellen Veränderungen temporär ausgleichen und zu einem harmonischeren Erscheinungsbild beitragen.
Natürlichkeit hängt entscheidend von der Anwendung ab
Entscheidend ist jedoch nicht nur, welches Produkt eingesetzt wird, sondern vor allem wie. Eine fachgerechte Behandlung erfordert Zurückhaltung, Erfahrung und ein präzises Verständnis der Gesichtsanatomie.
Übermässige oder unnatürliche Behandlungen können die natürlichen Proportionen eines Gesichts aus dem Gleichgewicht bringen. Das bedeutet jedoch nicht, dass Filler und Botulinumtoxin den biologischen Alterungsprozess beschleunigen.
Was passiert, wenn man mit Filler oder Botulinumtoxin aufhört?
Wird eine Behandlung beendet, setzt die natürliche Hautalterung ihren normalen Verlauf fort. Das Gesicht beginnt also nicht plötzlich schneller zu altern.
Die Veränderungen, die im Laufe der Zeit sichtbar werden, entsprechen vielmehr dem natürlichen Alterungsprozess, der unabhängig von der Behandlung weitergeht.
Langfristige Planung statt kurzfristiger Trends
Für Dr. Kelly liegt der entscheidende Punkt deshalb nicht in der Frage, ob ästhetische Behandlungen grundsätzlich gut oder schlecht sind. Entscheidend sind die medizinische Indikation, eine individuelle Planung und ein langfristiger Ansatz.
Ziel einer verantwortungsvollen ästhetischen Medizin sollte es sein, die individuelle Gesichtsstruktur zu respektieren und natürliche Proportionen langfristig zu bewahren – anstatt kurzfristigen Trends oder einem standardisierten Schönheitsideal zu folgen.
«Entscheidend ist weniger die Behandlung selbst, sondern eine medizinisch fundierte, individuelle Planung, die das Ziel hat, die natürliche Gesichtsstruktur zu respektieren und langfristig zu erhalten.»
HINWEIS
Dieser Beitrag ist eine redaktionelle Zusammenfassung des Beitrags aus der Serie «Beauty-Mythen» im Medical Magazine und dient ausschliesslich der Information.

















